Sankt Ansgar wird nachhaltig und Fair-Trade-Stamm

Verfasst von am 10. August 2019 in Allgemein

Es   ist   Eröffnungsabend   auf   dem   Stammeslager, die   Küche   präsentiert   das Abendessen: Nudeln mit Bolognese Soße und als vegetarische Alternative eine Zucchini-Käse-Soße. Die Bolognese wird begeistert aufgenommen, alle finden sie sehr lecker und gelungen. Was keiner weiß und auch niemand bemerkt: auch diese Soße ist fleischlos. Das, was aussieht wie Hack, ist eigentlich Blumenkohl. Doch warum macht die Küche sowas und verwirrt unseren Gaumen, indem sie einfach unser geliebtes Hack durch schnödes Gemüse ersetzt? Wir als Leiterrunde haben auf der letzten Leiterfahrt beschlossen, dass wir unser Leben und somit auch unseren Pfadfinderalltag Nachhaltiger gestalten wollen.

Dieses Thema ist aktuell in aller Munde und auch wir wollen dazu beitragen, Ressourcen zu schonen, die Umwelt zu schützen und unsere Erde so gut wie möglich für unsere Nachwelt zu erhalten. Jetzt mag der ein oder andere vielleicht denken „Braucht ́s des? Wir Pfadfinder leben doch sowieso schon nachhaltiger und umweltschonender als viele andere.“ Aber ist das wirklich so? Was bedeutet überhaupt „Nachhaltigkeit“ und was kann jeder einzelne von uns tun? Eine offizielle Definition der Vereinten Nationen lautet „Die Menschheit hat […] sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt sind, ohne dabei den Chancen der künftigen Generationen, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, zu schaden.“ Heißt also, wir alle müssen Verantwortung für unser Handeln und unseren Konsum übernehmen. Zum Beispiel, indem wir weniger Müll und vor allem weniger Plastikmüll produzieren, weniger CO2 und andere Treibhausgase ausstoßen, sei es durch weniger Autofahren oder weniger Fleischkonsum, Wasser und Strom sparen und und und…

Und wie machen wir das jetzt konkret? Wir als Stamm wollen also auf unseren Lagern und Aktionen regionale und saisonale Produkte kaufen und verwenden (also   z.B.  keine   Erdbeeren   aus   Marokko   im   Winter) und   weniger   und   dafür qualitativ hochwertigere tierische Produkte kaufen, das geht z.B. am besten durch einen Einkauf auf einem örtlichen Wochen- oder Bauernmarkt. So wird unter Anderem der Treibhausgas-Ausstoß bei der Produktion und Lieferung der Produkte   reduziert.   Wir   wollen   unser   Müllaufkommen   reduzieren, indem wir verpackungsfrei oder in größeren Mengen einkaufen und z.B. auf dem Lager alle Brotzeitdosen   verwenden   statt   Frischhaltefolie   zum   Einpacken   unserer Lunchsemmeln.

Zur Nachhaltigkeit gehört auch das Thema Fair Trade. Schon wieder so ein neuer Begriff – Fair Trade. Und was heißt das jetzt? Fair Trade, also Fairer Handel bedeutet, dass die Produzenten, die meist in Entwicklungsländern arbeiten, einen fairen Preis für ihre Produkte bekommen, sich eigenes Know-How aufbauen und Umwelt- und Sozialstandards einhalten (z.B. keine Kinderarbeit mehr). So soll Armut gelindert und eine nachhaltige Entwicklung in diesen Ländern gefördert werden. Lebensmittel, die wir nicht regional beziehen können, weil sie wie z.B. Kaffee oder Kakao nicht bei uns in Deutschland sondern in Mittelamerika oder Afrika wachsen, wollen wir Fair gehandelt einkaufen.

Dafür haben wir auf der diesjährigen Stammesversammlung beschlossen, uns als Fair-Trade-Stamm   zertifizieren   zu   lassen.   Hierfür   haben wir 3Produkte ausgewählt, die wir in Zukunft fair beziehen. Wir haben uns für Kaffee, Bananen und Stammespullover bzw. T-Shirts entschieden. Außerdem haben wir ein Fair Trade/Nachhaltigkeits-Team   gegründet   und   mehrere   Stammesaktionen, Gruppenstunden   sowie   Öffentlichkeitsarbeit   geplant, um über das Thema Nachhaltigkeit und Fair Trade zu informieren, zu sensibilisieren und aktiv in unser Stammesleben einzubauen. Unser Ziel ist es nicht, von heute auf morgen perfekt nachhaltig zu leben und uns selber so zu reglementieren, dass wir keine Aktionen und schöne Lager mehr machen   können.   Wir   wollen   uns   gemeinsam   Schritt   für   Schritt   dem   Thema Nachhaltigkeit annähern, ausprobieren welche Maßnahme welche Auswirkungen hat und was für uns als Stamm durchführbar ist. Vor allem aber wollen wir gemeinsam lernen, was jeder einzelne tun kann „um die Welt ein bisschen besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben“, sodass nachhaltiges Handeln und   Konsumieren   für   uns   irgendwann   so   selbstverständlich   wird   wie Fahrradfahren.

 

Gut Pfad, Euer Fair Trade und Nachhaltigkeits-Team